Volocopter – Überblick über die Entwicklung 2011 bis 2016

In diesem Video erhalten Sie von Alex Zosel (Pilot) und Stephan Wolf (Technik) einen sehr guten Überblick über den Volocopter – angefangen vom ersten bemannten Flug 2011 bis zur Entwicklung des Prototypen 2016 und dessen ersten bemannten Fluges:

Volocopter: genereller Überblick über die Entwicklung 2011 bis 2016

Hierzu gehören u.a. folgende Schritte für die Zulassung als bemanntes Luftfahrtgerät:

  • Entwicklung eines Fallschirms für den Hexacopter, der über eine Rakete oben herausgeschossen wird
  • Fallhöhen-Test des Fahrwerks – Hubschrauber wird mit einem Mehrfachen der Gewichtslast fallengelassen
  • Entwicklung einer Struktur aus Carbon sowie Bau eines Prototypen – hierzu gehört auch die Entwicklung der kompletten Elektrik / Elektronik

Die Entwicklung des Zweisitzers stand dabei unter dem Ziel, dass der elektrische Hubschrauber auch bei einem Verlust von vielen Komponenten noch sicher ist.

2015 wurden noch viele unbemannte Tests (jedoch mit Last) durchgeführt. Hierbei konnten auch viele verschiedene Szenarien getestet werden.

Im Februar 2016 wurde die vorläufige Verkehrszulassung erteilt, so dass sie mit dem Volocopter nun deutschlandweit fliegen können. Ende März 2016 gab es den ersten bemannten Flug im Freien.

Mit dem Joystick kann man den elektrischen Hubschrauber mit einer Hand sehr einfach und intuitiv steuern – vor – zurück – rauf – runter. Wenn man vorwärts fliegt und den Joystick noch dreht, fliegt der Volocopter auch eine Kurve. Wenn man den Joystick lösläßt, fliegt der Hexacopter auch einfach weiter. Im Vergleich zu einem Hubschrauber läßt sich der Volocopter deutlich einfacher fliegen, wobei die ganze Komplexität in der Mechanik nicht gegeben ist und dies elektronisch durch die Software gelöst wurde.

Beim Landen muß man nur den Joystick nach unten drücken. Der Volocopter kann aber auch ferngesteuert werden.

Die Ultraleichtflugzeuglizenz setzt jedoch bestimmte Grenzen. So darf man nicht in den kontrollierten Bereich eines Flughäfen reinfliegen. Ebenso darf die Flughöhe bei max. 1100 m liegen bzw. muß über Städten mindestens 600 m betragen.

Der Volocopter soll 2018 in Produktion gehen, wobei in einem ersten Schritt der Einsatz als Zweisitzer für Sportpiloten geplant ist. Die Batterien erlauben derzeit eine Flugzeit von ca. 30 Minuten. Für weite Einsätze soll ein Hybrid-Flieger entwickelt werden, um 1,5 Std. fliegen zu können.

Ideen für die Zukunft:

  • Entwicklung eines Viersitzers für Shuttle-Flüge
  • Entwicklung eines Einsitzers, der ähnlich wie ein Motorrad zu fliegen ist
  • Entwicklung eines Klappsystems, um den Volocopter auch auf einem Autoanhänger zu transportieren
  • wenn der Viersitzer entwickelt wurde, möchte man darauf aufbauend große Schwerlastdrohnen z.B. für die Landwirtschaft bauen

Bei den Shuttle-Flügen ist u.a. eine Vision der Einsatz als Lufttaxi bzw. als öffentliches Verkehrsmittel angedacht, welches in 50 m Höhe über den Autobahnen fliegt und auf Hubschrauber-Plattformen landet.

Die Vision ist dabei die Mobilität in die dritte Dimension zu bringen. Weltweit gibt es inzwischen sehr viele Anfragen und Einladungen zu Konferenzen.

Parallel dazu wird auch schon in den verschiedenen Gremien alles darangesetzt, um die bestehenden Vorschriften an die neuen Entwicklungen anzupassen (z.B. Genehmigung von Viersitzer / Sechssitzer, automatische Flieger).

Volocopter: Überblick über die Technik

Im zweiten Teil des Vortrages gab Stephan Wolf einen Überblick über die Hexacopter Technik.

große Vorteile beim Volocopter:

  • im Vergleich zu einem Hubschrauber gibt es deutlich weniger mechanische Teile, d.h. die Komplexität wird deutlich verringert
  • geringerer Wartungsaufwand aufgrund der Elektromotoren (Blattwinkel ist konstant, Drehzahl ändert sich)

Die Zulassung erfolgte als zweisitziges Ultraleichtfluggerät, da hier die Zulassungsbeschränkungen niedriger sind. Insgesamt darf hier das Abfluggewicht max. 450 kg betragen und max. 2 Personen an Bord sein. Wenn man für die Struktur 100 kg, für den Antrieb etc. 100 kg und für den Akku ca. 100 kg berücksichtigt, dürfen die Passagiere ca. 150 bis 170 kg wiegen.

Theoretisch können 6 der 18 Elektromotoren ausfallen, um noch zu schweben. Bei 9 ausgefallenen Elektromotoren würde man sinken. Die Akkus und Flugsteuerungseinheiten sind redundant ausgelegt.

  • Die Ladezeit beim Akku beträgt ca. 2 Stunden. Zukünftig möchte man Wechselakkus einsetzen, um die Akkus innerhalb von 5 Minuten zu wechseln.
  • Die Lautstärke ist sehr moderat bzw. leise, d.h. ca. 20 m entfernt kann man sich noch gut unterhalten.

Für die Zulassung benötigt man 5 Jahre, wobei eine eigene Luftfahrklasse geschaffen werden mußte.

Aktuell benötigt man zum Fliegen eine Lizenz für Sportpiloten (Ultraleichtpiloten). Diese besteht aus einem theoretischen und praktischen Teil, wobei der praktische Teil noch offen ist. Der Preis für den Velocopter Zweisitzer liegt am Anfang noch bei ca. 300 TDM.

 

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