Projekt Wing: Google X Drohne liefert Ware aus

Google hat sein bisher geheimes Drohnen-Projekt mit dem Arbeitstitel „Project Wing“, welches aus dem Google X Laboren stammt, der Öffentlichkeit vorgestellt.

Quelle: Google Screenshot Project Wing

Bei Google X arbeitet seit 2 Jahren das Forscherteam (Ingenieure, Designer, Computerwissenschaftler, Robotikexperten) zusammen, um eine Lieferdrohne zu entwickeln, die Waren (z.B. verderbliche Waren, kleinere Gegenstände, Medikamente. schnell benötigte Waren, etc.) in schwer zugängliche Gebiete liefert. Ebenso kann man hiermit in Notfällen (z.B. bei einem akuten Herzversagen) auch schnell einen Defibrillator ausliefern.

Google zielt dabei – wie z.B. auch die Amazon-Lieferdrohne – auf die Versendung von Waren über Drohnen ab. Im Gegensatz zu Amazon, die hierfür einen Quadrocopter einsetzen möchten, soll beim Wing-Projekt jedoch ein Nurflügler und Senkrechtstarter  verwendet werden.

 

  • Die Google Drohne in der Form eines Nur-Flüglers besitzt 4 Motoren / Propeller. Der Senkrechtstarter kippt nach dem Start in der Luft nach vorne um und bewegt sich dann wie ein normales Flugzeug weiter.
  • Die Drohne ist 1,5 m breit und 80 cm hoch. Sie fliegt dabei in einer Höhe von 40 bis 60 m automatisch zu ihrem Ziel.
  • Im Vergleich zu einem Quadrocopter fliegt diese Lieferdrohne stromsparender und schneller. Flug-Experimente von batteriegetriebenen Nurflüler-Fans erreichten schon Entfernungen von 80 km.
  • Am Ziel wird eine Box mit der Ware im Schwebeflug über eine Seilwinde aus bis zu 10 m Höhe abgelassen, wo die Box sich dann ausklinkt. Diese Vorgehensweise ist verglichen mit anderen Möglichkeiten (z.B. Abwurf mit einem Fallschirm) zielgenauer. Die Lieferdrohne muß dabei nicht landen. Sie spart so wertvolle Zeit (benötigt keine Zeit zum Finden eines geeigneten Landeplatzes, geringere Lieferdauer) und wird auch nicht landungsbedingten Risiken (Verlust der Drohne, Diebstahl, …) ausgesetzt.

Das Projekt ist zwar noch Jahre vor einer massenhaften Produkteinführung und der Serienreife entfernt. Im Vergleich zu Amazon sieht Google bei seiner Lieferdrohne auch weniger den täglichen Einsatz, sondern eher den Einsatz bei Katastrophen bzw. Notfälle, wo dringend Medikamente bzw. lebenswichtige Vorräte ausgeliefert werden müssen.

Bei der Vorstellung im australischen Queensland wagte Google einen extremeren Feldtest und lieferte mit dem Prototyp schon Chips bzw. Impfstoffe für Rinder oder Hundekuchen an Farmen aus.

Australien wurde dabei als Testort aufgrund der lockeren Regeln für Drohnenflüge gewählt. Vor der Markteinführung müssen verschiedene flugrechtliche Bestimmungen in den jeweiligen Einsatzländern gelöst werden.

In den nächsten 2 Jahren soll laut Astro Teller (Leiter des Google-Lobors) das Liefersystem nun zur Marktreife gebracht werden.