Kampfdrohne Switchblade – eine interessante Waffe für Bodentruppen und Spezialeinheiten

Aktuell prüft das Bundesverteidigungsministerium den Kauf und den Einsatz von Kampfdrohnen. In der Auswahl / Diskussion ist dabei die amerikanische Predator B (auch Reaper genannt) sowie die israelische Heron. Der Beschaffungsauftrag soll im 3. Quartal 2012 erfolgen.

Im Gespräch sind derzeit mittlere Flugdrohnen, die mit Raketen bestückt werden können. Inzwischen wurden jedoch auch kleinere fliegende Bomben entwickelt und mit Erfolg getestet.

Warum ist der Einsatz einer Kampfdrohne so interessant ?

Mittlerweile werden in den USA mehr Piloten an Aufklärungs- bzw. Kampfdrohnen als an Kampfflugzeugen ausgebildet. Der Trend geht dabei eindeutig zum ergänzenden Einsatz von Kampfdrohnen neben den normalen Kampfflugzeugen.

Vorteile von Kampfdrohnen:

  • Die Anzahl der luftgestützten Trägersysteme kann damit kostengünstig spürbar erhöht werden.
  • Im Vergleich zu einem Kampfflugzeug ist diese mit Raketen / Bomben ausgestattete Flugdrohne deutlich günstiger.
  • Die Pilotenausbildung der ferngelenkten Drohnen ist ebenfalls deutlich günstiger und schneller.
  • Zusätzlich gibt es einen Trend diese Drohnen mit immer kleineren Bomben auszustatten.

Nachteile:

  • Kampfdrohnen sind derzeit noch Kampfflugzeugen unterlegen. Ein erster Luftkampf zwischen einer US-Kampfdrohne und einem Kampfflugzeug vor mehreren Monaten unterlag die Kampfdrohne.
  • Es gab in Afghanistan einige US-Aufklärungs- und Kampfdrohnen, die offenbar „verrückt“ wurden und vom Flugplan abwichen.
  • Ferner besteht die Gefahr eines Cyberangriffs. Einer texanischen Studentengruppe gelang es mit einer technischen Ausrüstung von unter 1000 $ eine ungesicherte GPS-Verbindung zu einer Flugdrohne zu hacken und die Drohne unter Kontrolle zu bringen.

Neben der forcierten Nutzung von Predator- / Heron-Modellen gibt es bei dem mit Bomben / Raketen ausgestatteten Flugdrohnen auch einen Trend immer kleinere Drohnen für die Bodentruppen und Spezialeinheiten zu verwenden.

Kampfdrohne Switchblade – eine interessante Waffe für die kämpfende Truppen ?

In den bisherigen Äußerungen des Bundesverteidigungsministeriums spielen derzeit Kampfdrohnen wie die Switchblade (Herstellerfirma AeroVironment) keine Rolle. Dabei könnte diese kleine tragbare Drohne für die kämpfende Truppe in Afghanistan sehr sinnvoll eingesetzt werden und vor allem kampfkraftverbessernd wirken.

Die US-Tageszeitung „The Daily“ bezeichnet die Switchblade als eine „intelligente Remote-Control-Granate mit Flügeln“.

Besonderheiten der Kamikaze-Drohne Switchblade:

  • mit Videokamera und Bomben ausgestattet
  • kann von einem Soldaten vor Ort direkt ins Ziel (Autos, Scharfschützen, Angreifer, die einen Hinterhalt legten) gelenkt werden
  • low cost Drohne, die sofort bei einem Angriff vor Ort von der kämpfenden Truppe Tag und Nacht eingesetzt werden kann
  • nimmt nicht viel Platz weg und kann bequem in einem Rucksack transportiert werden
  • Flugdauer: bis zu 20 km, kann bis zu 40 Min. in der Luft bleiben – einsetzbar auch außerhalb der Sichtweite der Soldaten
  • Treffergenauigkeit soll laut der Herstellerfirma bei rund einem Meter liegen
  • Geschwindigkeit: rund 130 bis 170 km/h
  • Länge: 61 cm, Gewicht: rund 2,7 kg

Die Piloten / Soldaten vor Ort erhalten in Echtzeit Bilder und können die Kampfdrohne direkt ins Ziel steuern. Switchblade (Springmesser) ist dabei als Kamikaze-Drohne konzipiert, d.h. als eine Einwegdrohne, die nicht mehr landen bzw. starten kann.

Da sie laut dem Hersteller AeroVironment bis unmittelbar vor dem Einschlag auch ferngesteuert werden kann, lassen sich damit Kollateralschäden reduzieren. Anscheinend kann das System auch autonom fliegen und Objekte erkennen. Es soll einem festgelegten Ziel folgen können.

Offen ist jedoch welche Ausbildungsdauer ein Pilot / Soldat vor Ort für den Umgang mit Switchblade benötigt. Bzgl. des Einsatzes in der Nacht müßte die Drohne mit entsprechenden Sensoren ausgestattet werden. Dies würde jedoch die Kosten der Kampfdrohne ansteigen lassen. Ebenfalls hat die Drohne derzeit keine schwenkbare Kamera.

Unbestritten ist mit solchen Systemen jedoch ein sofortiger Gegenschlag – auch außerhalb der Sichtweite – möglich. Die Soldaten müssen dabei nicht mehr lange auf eine Kampfdrohne bzw. auf ein Kampfflugzeug warten, sondern können sofort reagieren. Dies erhöht die Chance gewaltig, dass man die richtigen Angreifer noch erwischt.

 

Die USA bestellten im Oktober 2011 die ersten Switchblade-Drohnen für 4,9 Mio. $. Mehr als 50 Switchblades sollen nun im Sommer 2012 nach Afghanistan u.a. auch an Infantrieeinheiten geschickt werden. Der Kontrakt hat einen Umfang von 10,1 Mio. $ (inkl. Training, Reparatur).

Schon 2011 testen US-Special Forces rund ein dutzend Switchblade Kampfdrohnen in Afghanistan mit Erfolg. US-Armytester loben bei dieser Kampfdrohne vor allem den geringen Kollateralschaden, den sie verursacht.

Allerdings sind amerikanische Juristen auch besorgt, wenn diese Drohne in die falschen Hände (Terroristen, feindliche Kräfte) gelangen würde. Ferner wird die Verantwortung für den Einsatz damit auch vor Ort an die kämpfenden Soldaten verlegt. Hier müssen Regeln aufgestellt werden unter welchen Umständen und wann die Kampfdrohne eingesetzt werden darf.

Die Kampfdrohne Switchblade könnte eine interessante und vor allem kostengünstige Waffe für die kämpfende Bodentruppe und die Spezialeinheiten vor Ort sein, die ihre Kampfkraft damit deutlich erhöhen und vor allem sofort eine wirkungsvolle Antwort auf Angriffe aus dem Hinterhalt haben.

Verteidigungsstrategen glauben, dass Systeme wie die Mini Kampfdrohne Switchblade in zukünftigen Kriegen eine immer größere Bedeutung zukommen wird. Bei der Hestellung einer größeren Menge müßte auch der Preis weiter deutlich sinken.

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