Entwicklung von Kampfdrohnen in zahlreichen Ländern weit fortgeschritten

Der Einsatz und die Entwicklung von bewaffneten Killerdrohnen / Kampfdrohnen wird derzeit vor allem mit den USA in Verbindung gebracht und gehört zu den heißbegehrten Waffensystemen in vielen Armeen.

Da herkömmliche Flugzeuge immer teurer werden, sehen viele Staaten Kampfdrohnen auch als kostengünstige Alternative, um ihre Kampfkraft zu erhöhen.

Aktuell sind jedoch viele weitere Staaten dabei auf diesem Sektor Systeme zu entwickeln bzw. kurz davor in Betrieb zu stellen (siehe Überblick bei 1):

  • China nahm 2012 die „Wing Loong“ in Betrieb. Die Kampfdrohne hat eine Flughöhe von 5300 und eine Reichweite von 4000 km. Dabei ist sie mit einem Preis von unter 1 Mio. US-Dollar deutlich billiger als vergleichbare amerikanische Flugdrohnen (siehe 4).
  • Die Türkei ist mit der Entwicklung der 200 kg schweren „Anka“ weit fortgeschritten und hat die Abschlusstests im Januar 2013 mittlerweile abgeschlossen. Derzeit wird über die Serienproduktion verhandelt. Hierbei ist eine Aufklärungsdrohne und eine bewaffnete Kampfdrohne geplant. Der Einsatzradius der rund 10 m langen Drohne soll bei 200 km, einer Flugzeit von 24 Stunden und einer Flughöhe von 30.000 Fuß liegen (siehe 2).
  • Nordkorea hat Drohnen aus Syrien importiert.
  • Israel setzt die Aufklärungsdrohne „Heron“ erfolgreich ein und hat diese mittlerweile in verschiedene Länder (Deutschland, Frankreich, USA, Indien, Türkei) exportiert. Die Flugzeit liegt hier bei mindestens 24 Stunden bei einer Flughöhe von 30.000 Fuß. Experten gehen bei der Heron davon aus, dass es hier auch eine bewaffnete Version gibt (siehe 3).
  • In Indien soll die Drohne „Rustom“ zukünftig bewaffnet werden. Auf der anderen Seite entwickelt Pakistan auch eine Killerdrohne.
  • Nachdem Russland die Entwicklung von bewaffneten Drohnen etwas verschlafen hat, kündigte  Präsident Putin im Juni 2012 an bis 2020 insg. 40 Mrd. Rubel in diesen Sektor (u.a. auch in bewaffnete Killerdrohnen) zu investieren. Im Jahr 2013 soll es die ersten Aufklärungsdrohnen aus der eigenen Produktion geben (siehe 4).

türkische Drohne „Anka“

Zusätzlich wird weltweit sehr intensiv an Mikrobomben geforscht, um die Kampfkraft der bewaffneten Drohnen zu erhöhen.

Bzgl. der Fernsteuerung gibt es unterschiedliche Typen. Auf der einen Seite die oben beschriebenen ferngelenkten Drohnen, wo die Mannschaft u.U. mehrere hundert km entfernt die Kampfdrohne lenkt. Darüber hinaus gibt es jedoch auch Kampfsysteme wie die Switchblade, wo Kampfeinheiten vor Ort bei einem Hinterhalt bei Bedarf gleich Kampfdrohnen in einer kurzen Distanz einsetzen.

Experten sehen vor allem die Gefahr von Billigdrohnen aus Schwellenländern, die in falsche Hände geraten könnten. Zudem gab es in der letzten Zeit verschiedene Aktivitäten, um Kampfdrohnen z.B. durch vorher eingeschleuste Viren und Trojaner bzw. durch die Ausnutzung von Schwachstellen beim Einsatz von Standardprozessoren im Flug abzufangen.

Quellen:

(1) http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/uav-usa-verlieren-ihr-monopol-auf-bewaffnete-drohnen-a-885048.html

(2) http://de.wikipedia.org/wiki/TAI_Anka

(3) http://de.wikipedia.org/wiki/IAI_Heron

(4) http://www.heise.de/tp/artikel/37/37804/1.html

 

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