Einsatz von Ambulanz Drohnen bei der Ersten Hilfe

Ein neues sehr interessantes Einsatzgebiet ist die Nutzung von Drohnen für die schnelle Erste Hilfe.

Zur Verringerung der Reaktionszeiten im Rettungsdienst arbeitet und forscht die TU Delft (Holland) an einer neuartigen Ambulanzdrohne mit einem integrierten Defibrilator.

In Europa erleiden jedes Jahr rund 1 Mio. Menschen einen Herzinfakt. Rund 8 % können derzeit durch eine schnelle lebensrettende Erste Hilfe gerettet werden.

Das Ziel ist es durch ein Netzwerk von Flugdrohnen – fliegenden Defibrilatoren – innerhalb sehr kurzer Zeit zu den Betroffenen zu gelangen und ihnen zu helfen. Die Flugdrohnen werden dabei nicht durch die vorhandene Infrastruktur (Straßen, Staus, Baustellen, …) behindert, sondern können in der Luft direkt das Ziel ansteuern. Dies führt dazu, dass die Reaktionszeit im Rettungsdienst im Vergleich zu einem Kranken- wagen drastisch von über 10 Minuten auf ca. 1 bis 2 Minuten reduziert werden kann.

Eine Verkürzung der Reaktionszeit auf 1 Min. und der schnelle Einsatz eines Defibrilators könnte die Überlebensrate der vom Herz- infakt betroffenen Menschen auf ca. 80 % erhöhen.

Für diesen Zweck wurde ein neuer Drohnen- typ – die Ambulanzdrohne – entwickelt, wobei bei der Konstruktion und Entwicklung fortschrittliche Technologien zum Einsatz kamen.

Die Abulanzdrohne fliegt mit einer Geschwindigkeit von über 100 km / Std. und deckt dabei einen Radius von ca. 12 km ab. Die Drohne besitzt einen eingebauten Defibrilator, Videokamera, Videoscreen und Lautsprecher. Nach der Vision der Entwickler soll  Ambulanzdrohnen stationär über ganz Holland stationiert werden, um eine Erste Hilfe Infrastruktur aufzubauen.

Nach einem Telefonanruf wird die Drohne losgeschickt und nach der Landung vom Anrufenden abgeholt, der sie zum Verunglückten bringt. Ein Operator gibt dann Anweisungen wie zu verfahren ist und löst den Defibrilator aus. Es besteht dabei die Möglichkeit für den Operator über den Live-Stream das ganze zu beobachten und mit den Personen vor Ort zu kommunizieren bzw. ihnen Tipps zu geben.

Ein Einsatz der Ambulanzdrohne ist aber auch für viele weitere Zwecke vorstellbar. So könnten sie als „Werkzeug-Kasten“ z.B. für Diabetes, Ertrinken, Atemwegsprobleme bzw. Traumata verwendet werden.

Die Idee des ehemaligen TU Delft Studenten Alec Momont erhielt mittlerweile von Krankenhäusern und Notfalldiensten sehr viel Zuspruch und könnte den Rettungsdienst revolutionieren.

Allerdings steckt die Realisierung der Ambulanzdrohne noch in den Kinderschuhen. Es müssen noch einige wichtige Punkte (z.B. juristische, flugbezogene Fragen) gelöst werden. Eine Einführung der Ambulanzdrohne im Rettungsdienst ist in frühestens 5 Jahren zu erwarten.

 

bitte teilen:
auf den Button drücken