e-Volo – Volocopter – Entwicklung eines fliegenden bemannten Multikopters geplant

Nach den ersten Flugerfolgen mit dem akkubetriebenen e-Volo Multikopter / Volocopter (auch VC1 genannt) im Oktober 2011 (siehe den Bericht hier) wurde es etwas ruhig um dieses Projekt.

16 Propeller ermöglichten dabei am 21. Oktober 2011 den bemannten Erstflug mit einem elektrisch betriebenen Multikopter, der seine Energie aus den Akkus bezog. Der VC1 hatte dabei ein Leergewicht von rund 80 kg (inkl. Akkus).

Der weltweit beachtete Erstflug wurde in über 100 TV- und zahllosen Presseberichten als Pionierleistung in der Luftfahrt gefeiert.

Im April 2012 erhielten die Entwickler für den e-Volo VC1 von der amerikanischen Lindbergh Foundation auf der AERO Luftfahrtmesse in Friedrichshafen den Innovationspreis für bedeutende Fortschritte in der Luftfahrt.

aktueller Stand des e-Volo / Volocopter Projekts

Die Weiterentwicklung, Vermarktung und der Vertrieb ist mittlerweile ein eigenständiger Betriebszweig der Syntern GmbH.

Hier wurde ein namhaftes Netzwerk aus Forscher und Industrie zusammengestellt mit dem Ziel einen zulassungsfähigen 2-sitzigen Volocopter, der auf der Konzeptstudie VC Evolution 2P basiert, zu entwickeln.

Bei den Konzeptstudien gibt es zwei Studien für einen einsitzigen bzw. zweisitzigen Velocopter.

Der Volocopter ist ein senkrecht startender bemannter Multikopter / Quadrocopter, der einen Elektroantrieb hat.

Er kann dabei starten und landen wie ein Hubschrauber, hat jedoch im Gegensatz zu einem Hubschrauber eine deutlich einfachere Bauweise und kommt auch ohne komplexe Mechanik aus.

Aufgrund der Redundanz von mehreren Antrieben kann der Volocopter selbst bei einem Ausfall von mehreren Motoren noch sicher gelandet werden. Zusätzlich soll der Volocopter auch mit einem Fallschirm für den Notfall ausgestattet werden, so dass das Fluggerät im worst case sicher zum Boden sinken kann.

geplantes Konzept beim 1 / 2 sitzigen e-Volo / Volocopter

  • Die Steuerung soll nach dem Fly-by-wire Prinzip mit einem Joystick und gezielten Drehzahländerungen erfolgen – allerdings ohne sich Gedanken bzgl. Gleitwinkel, Mindestgeschwindigkeiten, Blattverstellungen etc. machen zu müssen. Die Richtungssteuerung beim Multikopter erfolgt durch eine Änderung der Drehzahl bei den einzelnen Motoren. Optional soll es noch zusätzlich einen Schubantrieb geben, der die Fluggeschwindigkeit erhöht.
  • Ein wesentlich begrenzender Faktor beim modifizierten Hubschrauber ist derzeit noch die Akkuleistung und deren Energiedichte. Gegenwärtig ist mit den Akkus eine Flugzeit von rund 20 Minuten realisierbar. Da hier jedoch in den kommenden Jahren deutliche Fortschritte zu erwarten sind, dürfte die Flugzeit in naher Zukunft bei 1 Stunde und mehr liegen.
  • Die 2-sitzigen Volocopter werden als seriell-hybride Elektrofluggeräte mit Range Extender entwickelt. Range Extender sind z.B. Verbrennungsmotoren, die einen Generator antreiben und damit den Hubschrauber mit Strom versorgen. Hiermit kann der Volocopter dann auch mehrere Stunden in der Luft bleiben.
  • geplante Flugleistung des bemannten Multikopters:
  • Geschwindigkeit: über 100 km / h
  • Mindestflughöhe: 6500 ft
  • Startgewicht: 450 kg
  • Flugdauer: mehr als 1 Stunde

aktuelle Entwicklung:

  • Januar 2013:
    • Laut einer Pressemitteilung soll für den e-Volo in Zusammenarbeit mit den staatlichen Stellen, DULV, DAeC und LBA eine eigene Luftfahrt-Kategorie inkl. rechtlicher Richtlinien für Ultraleicht-Luftsportgeräte bis Mitte 2013 geschaffen werden. Die Ausbildung soll relativ einfach und bezahlbar sein.
    • Der VC200 soll von 18 geräuscharmen Elektromotoren mit 1,8 m großen Propellern geflogen werden. Die elektronische Steuerung gleicht Böen, Aufwinde und sonstige Turbulenzen automatisch aus. Derzeit arbeiten gut 30 Studenten der technischen Fakultäten der Universitäten Stuttgart und Karlsruhe am e-Volo-Projekt.
    • Ab Mitte 2013 will man mit ersten Testflügen mit dem VC200 auf dem Flughafen in Bruchsal beginnen. In der Nähe ist die Fabrik der DG Flugzeugbau beheimatet, welche den VC200 herstellt. Das Ziel der Testflüge ist ein Prototyp Zertifikat zu bekommen, um dann die Serienproduktion zu starten. E-Volo rechnet damit bis in 3 Jahren die erste Vorserie aufzulegen. Der 450 kg leichte Zweisitzer soll dabei nicht mehr als ein Personenauto kosten.  Bei der DG Flugzeugbau sollen 20 Flugzeugbauer mit der Herstellung der e-Volo-Bauteile beschäftigt werden.

weitergehende Informationen und Bilder: e-volo.com

 

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