Drohnen-Luftbrücke für Hilfslieferungen nach Syrien geplant

Um der syrischen Bevölkerung zu helfen, planen einige Aktivisten eine Drohnen-Luftbrücke für Hilfslieferungen von der Türkei nach Syrien und zurück einzurichten und die Bevölkerung mit Fracht zu versorgen.

Viele Hilfsorganisationen stehen aktuell vor großen logistischen Herausforderungen die Zivilisten zu versorgen, da der Landweg mit großen Risiken verbunden ist. Es wird geschätzt, dass mehr als 600.000 Syrer in schwer zu erreichenden bzw. belagerten Gebieten leben. Die Risiken für Hilfslieferungen durch bemannte Frachtflugzeuge sind dabei zu groß. Kleinere Drohnen sind jedoch nur bedingt zu sehen und schwerer zu treffen.

Syria Airlift Project: Hilfslieferungen per Drohnen-Luftbrücke

Marc Jacobsen, ein ehemaliger Frachtpilot der US Air Force, plant mit seinem „Syria Airlift Project“ eine Drohnen-Luftbrücke nach Syrien herzustellen. Er dachte sich, wenn die Risiken für ein großes bemanntes Flugzeug zu groß sind, könnten doch viele kleinere Drohnen in die belagerten Gebiete fliegen und eine Luftbrücke errichten.

Die Flugzeuge sollen dabei per Katapult- start an einem Bungeeseil in der Türkei starten und per Autopilot ins Zielgebiet Aleppo fliegen, welches ca. 30 km hinter der türkischen Grenze liegt. Wenn alle paar Minuten eine Drohne in der Nacht startet, könnte man hunderte Pfund Fracht in einer Nacht liefern.

Die Drohnen können dabei im Autopilot- Modus bei einer Flugstrecke von 60 km (30 km hin und dann wieder zuück) bis zu 1 kg Fracht (z.B. Medikamente, Wasserpumpen, Milchpulver, Vitamintabletten, Babymilch, …) transportieren. Aufgrund der begrenzten Frachtkapazität können sie aber nur kleinere leichtere Gegenstände und keine schwere Fracht (z.B. Lebensmittel, Wasser, …) transportieren. An Bord haben sie einen magnetischen Kompass sowie ein Gps. Das Flugzeug ist aus einfachen Materialien hergestellt. Inklusive Batterie, Autopilot und Motor soll jede Drohne weniger als 500 $ kosten. Eine Frachtdrohne, die bis zu 2 kg transportieren und bis zu insg. 100 km fliegen kann, ist in Arbeit.

Um eine relevante Menge an Waren zu transportieren, ist in einem ersten Schritt ein Drohnenschwarm von 10 bis 15 Drohnen geplant. Im Endausbau könnten es aber auch hunderte bzw. tausende Drohnen sein.

Die Fracht gleitet im Zielgebiet an bestimmten Landeplätzen per Fallschirm zu Boden und die Drohne fliegt zurück, wo sie für den nächsten Einsatz vorbereitet wird. Da es Befürchtungen gibt, dass die Drohnen in falsche Hände gelangen könnten, arbeitet das Team an Features, um dies zu verhindern.

2014 entwickelte ein Team die Technogie für das Syria Airlift Project. Das Projekt arbeitet in Syrien mit lokalen Hilfsorganisationen zusammen, die die Ware übernehmen und die Weiterverteilung sicherstellen. Auf der türkischen Seite werden einige syrische bzw. irakische Familien das Beladen, die Organisation sowie die Steuerung der Drohnen übernehmen. Sie waren im März 2015 zum Training in Kalifornien. Nun steht man vor dem nächsten Schritt das ganze Projekt im Sommer in der Türkei zu testen.  Ferner stehen sie vor der Herausforderung die juristischen Schritte in den USA und in der Türkei zu lösen.

Finanzierung der Drohnen-Luftbrücke

Zur weiteren Finanzierung des Projekts werden nun 50.000 Dollar benötigt, die Marc Jacobsen per Crowdfunding über die Plattform Indiegogo erhalten möchte. Aktuell wurden innerhalb von 4 Tagen schon über 16.000 Dollar eingesammelt.

 

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